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Junioren U21 - Sieg nach einem spannenden Kampf im Appenzeller Derby 02.12.2019

Doch zuerst zur Ausgangslage. Vor zwei Spieltagen beendeten die Herisauer die Hinrunde der Saison als unangefochtener Erster der Gruppe, noch ohne einen einzigen Punktverlust. Gleich dahinter die Winterthurer, die den letzten Sieg der Hinrunde gegen den UHA im Gringel einfahren konnten. Im Forum kehrte, nach anfänglichen grossen Spekulationen um einen «Titeldreikampf» zwischen beiden Teams aus Appenzell und Winterthur, langsam Ruhe ein. Denn der UHA stand auf Platz 4, verdrängt durch den UHC Sarganserland.
Jedoch durfte man sich auf die Rückrunde freuen, denn gleich zu Beginn stieg der Ernstkampf zwischen WinU und Herisau. Herisau zog die erste Niederlage der Saison ein und musste nun die Winterthurer an sich vorbeiziehen lassen, während Appenzell gegen Heiden Punkte verlor. Beim UHA wurde spekuliert, dass Herisau momentan im Loch sein werde und man mit einer fehlerfreien und harten Kampfleistung definitiv etwas reissen könne.

Nun lud der UHA am 1. Advent um 19:30 Uhr zum grossen Appenzeller Derby ein. Die Spieler besammelten sich im Gringel, wobei man enorme Unterschiede in den Gesichtern der verschiedenen Junioren feststellen konnte. Rouven und Thierry kamen vom Skiclubausflug zurück, während die Herrensöldner auf einen gelungenen Abend nach dem Spiel in der AXA Arena zurückblicken konnten und TONT im Mountain aufmachte. Dementsprechend energieloser als auch schon war die Spielvorbereitung, sodass Pesche und Mauro die Spieler nochmals richtig motivieren mussten. Der eine sagte man müsse «konzentriert spielen und dürfe keine Fehler machen», während der andere einfach wollte, dass man «tue wie die Russen». Trainer Alain (hat kein Bock auf Dezemberkälte) war nicht dabei, deshalb mussten Baschi und Adrian die Spieler auf die richtige Welle bringen. So starteten die Innerrhoder in gelb mit einer reinen innerrhoder Formation (Anm. d. Red. Reggli und Pesche mussten das erste Drittel «bänklen») gegen die Ausserrhoder in rot.

Die Anfangsphase startete der Ausgangslage entsprechend. Den Herisauern merkte man nichts von einem möglichen Tief an, sie führten mehrheitlich den Ball in ihren Reihen. Wer jetzt aber denkt, dass sie dadurch auch zwingende Chancen hatten, täuscht sich. Der UHA stand defensiv kompakt und liess nur wenige Schüsse auf das Tor von Goalie Silvio zu, die souverän gehalten wurden. Der UHA hingegen konnte sich anfangs nur aufs Kontern fokussieren. Nach sieben gespielten Minuten schlug es dann doch das erste Mal im Innerrhoder Tor zu, nachdem die Herisauer einen schnell gefahrenen Konter schön abschlossen. Dies war allerdings auch das einzige, das man nach den ersten 20 Minuten auf der Anzeigetafel lesen konnte. Es darf ruhig von einem gelungenen Drittel gesprochen werden, da ja bekanntlich die Alten und Erfahrenen noch nicht zum Einsatz kamen.

Nach dem ersten Seitenwechsel durften die Zuschauer nun auch Captain Pesche, Fabian, Mauro, Simon und Jonas Inauen zujubeln. Das Heimteam startete besser und prompt wurde nach knapp fünf Minuten wirklich gejubelt. Marcel gewann den Ball nach einem Pressing in der gegnerischen Hälfte und bediente Jonas, der den zum Ausgleich traf. Der UHA, der jetzt durchaus den von Mauro geforderten Russen ähnelte, übernahm das Spieldiktat. Man hatte mehr Ballbesitz und fing nahezu jeden Konter der Gegner schon früh ab. Allerdings wurden auch die eigenen Chancen meist über das Tor geschossen oder der starke Torhüter der Herisauer hatte etwas dagegen. Etwas gegen das Unentschieden hatte aber auch Maurin, der 8 Sekunden vor der Pausensirene nach Vorarbeit von Jonas das Ding Volley ins Netz haute. Das haute nun auch die Zuschauer vom Hocker, welche fröhlich im Takt des Torliedes zu applaudieren begonnen – kurz gesagt: man tat wie die Russen.

Nun war der UHA in Führung und motiviert bis in den Zehennagel. Man hatte jetzt die wahrscheinlich grösste Chance in der Geschichte der U21, die Herisauer endlich einmal zu besiegen. Dennoch warnten vor allem die ehemaligen Herisauer in Person von Reggli und Pesche vor den Qualitäten der Ausserrhoder. Das Ziel war klar: Einfach nicht nachlassen und sich von einem Rückschlag nicht aus der Ruhe bringen lassen (was andere Teams in dieser Saison schon zur Genüge nicht schafften). Das Spiel wurde fortgesetzt – mit einem Bullygewinn natürlich – und Appenzell hatte Ballbesitz. Dies ging dann im Stile des zweiten Drittels weiter, bis Jonas Neff in der 45. Minute auf Zuspiel von Maurin das 3:1 erzielte. Die Freude der Junioren fiel über auf die Zuschauer und die Nervosität der Coaches ging spürbar zurück. Nun stand alles im Zeichen der Verteidigung, während die Herisauer kein Rezept hatten, die Defensive der Innerrhoder und vor allem den richtig starken Silvio im Tor zu überwinden. Das Spiel wurde immer ähnlicher wie im 1. Drittel und es kam wie es kommen musste: Nach 4(!) geblockten Schüssen hintereinander, fiel der Ball vor die Schaufel eines fünften Herisauers, der ihn dann irgendwie ins Netz stochern konnte. Damit war der Anschluss geschafft und noch zehn Minuten zu spielen. Die Appenzeller wurden nur noch durch Konter gefährlich, wobei der gegnerische Goalie zwei hochkarätige Chancen von Raul und Christoph zunichte machte. Die Herisauer erhöhten den Druck und wurden spielbestimmender. Baschi reagierte, indem er auf zwei Linien umstellte, um so den Fokus auf das Verteidigen intensiver zu machen. Ausserrhoden umzingelte Innerrhoden nun fast schon so heftig wie auf der Landkarte und nahm einen sechsten Feldspieler zur Hilfe, was jedoch am Spielgeschehen nichts mehr änderte. Somit stand es 3:2 für den UHA und man gewann zum ersten Mal in der Geschichte der U21 des UHA gegen Herisau. Dementsprechend gross war natürlich auch die Freude über den Sieg.

Die ganze U21 des UHA möchte sich herzlich bei den rund 130 Zuschauern bedanken, die am Sonntagabend um 19:30 Uhr den Weg in den Gringel fanden! Das war’s nun für dieses Jahr, das nächste Heimspiel der U21 findet am 19. Januar im neuen Jahr statt und wir freuen uns wieder auf eine Menge Zuschauer.

Für den UHA spielten: Silvio Inauen (Tor); Pascal Fritsche, Manuel Rusch, Jonas Neff (2/1), Maurin Dörig (1/1), Marcel Fässler (0/1); Aurel Corti, Silvano Koller, Thierry Willi, Severin Ulmann, Julian Borstner; Fabian Huber, Raul Stöcklin, Chrisoph Fässler, Rouven Inauen, Gian Mock; Simon Inauen, Mauro Neff, Pascal Frischknecht (C), Fabian Anderegg, Jonas Inauen.

(Verfasser: Jonas Neff | 158 mal gelesen)
 
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