Herren 2 - Nie dagewesene Einblicke ins Innenleben der Herren 2

  • 21.01.2020
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  • Marco Mösli
 
Die lokale Boulevardpresse hat sich nach dem denkwürdigen Sonntag mit einigen Protagonisten unterhalten und dabei spannende Einblicke erhalten.

Normalerweise zieht die 4.Liga in der Medienlandschaft wenig Aufmerksamkeit auf sich. Vor allem wenn eine Mannschaft jahrelang im Tabellenmittelfeld herumstolpert interessiert dies eigentlich Niemanden. Doch seit die alte "erfahrene" Garde des UH Appenzell wie ein Tornado durch die Gruppe 8 wirbelt sind einige Medienanfragen eingetroffen. Die lokale Boulevardpresse hat sich nach dem denkwürdigen Sonntag mit einigen Protagonisten unterhalten.

Sandro Dörig's Goalihose, sie wirkten am Sonntagmorgen noch angeschlagen, haben aber dann trotzdem im zweiten Match fehlerlos durchgespielt. Wie konnten sie trotz kleiner Verletzung eine solche Leistung zeigen?
Das ist korrekt, ich habe mich letzte Woche im Training an der Seitennaht verletzt. Sandro wollte mich heute Morgen mit Nadel und Faden nähen, was vorerst aber leider nicht geklappt hat, die Verletzung ist gleich bei der ersten Belastung wieder aufgebrochen. Vor dem Spiel wurde ich in der Garderobe dann vom Team Bernina nochmals medizinisch betreut, anscheinend haben die therapierenden Hände von Danilo gewirkt. Während dem Spiel konnte ich mich jedenfalls voll auf meine Aufgabe konzentrieren, auch wenn mich Sandro's Reflexe gehörig durchgewirbelt haben.

Denken Sie, dass sie ihre Karriere noch fortsetzen können oder rechnen Sie schon mit der Entsorgung?
Ich bin mir sicher, dass ich meine Karriere fortsetzen kann. Sandro und ich pflegen eine sehr innige Beziehung und dass obwohl sich Sandro bis vor zwei Jahren noch überhaupt nicht für mich interessiert hat. Wir wissen beide was wir aneinander haben, das wollen wir nicht einfach wegen einer kaputten Seitennaht beenden. Sandro weiss genau, dass er sich voll auf mich verlassen kann, wenn ich ihn wieder vor den dreckigen und staubigen Hallenböden schütze.

Danilo's Schaufel, sie zeigten eine sehr abgeklärte Leistung, dennoch unterlief ihnen kurz vor Arbeitsende ein nach ihnen benannter "Ballverlust" (Anmerkung Redaktion: Im Fachjargon gilt ein ohne Druck über die Banden gespielter Pass als "Danilo"). Wie beschreiben sie die Situation aus ihrer Sicht?
Ich ärgere mich sehr, dass mir das Missgeschick auch in dieser Runde wieder passiert ist. Ich kann die Situation allerdings erklären, auch wenn es nicht als Entschuldigung rüberkommen soll. Mein Nebenan (Ramon's Schaufel) und ich haben an diesem Tag über 70 Minuten auf der richtigen Seite gespielt. Ich hatte mich also an den Winkel gewöhnt um die meist freistehende Schaufel von Beni im Zentrum anzuspielen. Nach dem Seitenwechsel war ich kurz orientierungslos was dann zum Fehler führte. Ich nehme die Schuld aber auf mich, denn ich hätte merken müssen, dass ich auf der anderen Seite war, da ich die Zuschauer nicht mehr sehen konnte.

Stegi's Oberarm, sie trafen an dieser Runde erstmals ins gegnerische Tor. Herzliche Gratulation dazu!
Danke, danke! Ich kann immer noch nicht realisieren, was am Sonntag passiert ist. Leider habe ich durch mein sehenswertes Tor einen guten Kollegen verloren, Reto's Stock. Er ist immer noch sauer auf mich, da ich vor ihm zum ersten Mal in einem Ernstkampf reüssieren konnte. Ich gelte ja schon jahrelang als viel besser trainiert als er und mein Spruch "Wer Oberarme hat braucht keinen Stock" kam bei ihm gar nicht gut an. Ich hoffe unser Verhältnis verbessert sich bis zur nächsten Runde wieder.

Roli's Wade, auch sie konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Noch vor einigen Jahren hätten sie aufgrund ihrer Grösse wohl eher das Tor verhindert!?
Das ist korrekt, seit ich ein Wädilli und keine dicke, durchtrainierte Wade mehr bin führe ich eine viel feinere Klinge. Ich konnte den Schuss von Sämi gut einschätzen und ihm somit noch die entscheidende Richtungsänderung mitgeben.

Flö's Haarband, sie waren nach ihrem Wechsel von den Herren 1 erstmals für die Herren 2 im Einsatz. Wie erlebten sie den Tag?
Ich fand es sehr komisch, dass ich schon sehr früh morgens aus dem Schrank geholt wurde. Bisher hatte ich meine Einsätze ja eher spät abends. Dennoch freute ich mich extrem als ich am Sonntagmorgen in Flö's Stocktasche lag, da ich bis Samstagabend nicht wusste ob nun ich mitdurfte oder mein pinker Bruder mit dem hässlichen Einhorn.
Den Tag erlebte ich zwar länger, aber weniger intensiv als noch anfangs Saison. Komisch war, dass ich mich zweimal für 40 Minuten betätigen musste. Nach den ersten 40 Minuten dachte ich der Arbeitstag sei gelaufen, da Flö wieder einmal von Mösli für das letzte Drittel nicht aufgestellt wurde.

Kurt's Funktionshosen, sie hatten vor einigen Jahren mal die Ehre ohne Matchhose in der Halle von Mörschwil einzulaufen. Wie bitter war der Umstand für sie, dass die Matchbekleidung dieses Mal schon von Anfang an mit dabei war?
Ich war sehr enttäuscht. Als ich am Samstagabend hörte, dass es nach Mörschwil geht, freute ich mich ungemein. Das Gefühl, die Halle mal wirklich mit eigenen Augen zu sehen war damals ein unbeschreibliches Gefühl. Normalerweise haben wir als Funktionswäsche ja wortwörtlich die Arschkarte gezogen. Wir sind den ganzen Tag hässlichen Gerüchen ausgesetzt und vom eigentlich spannenden Teil des Tages, dem Match und der Halle, bekommen wir nichts mit. Damals in Mörschwil war das zu unserem Glück nicht so und so konnten wir bis kurz vor Spielbeginn den frischen Hallenwind auf der eigenen Haut geniessen.

Mösli's neuer Stock, sie machten sich viel Hoffnungen auf den ersten Einsatz. Sie wurden aber nicht beachtet und mussten den ganzen Tag in der Stocktasche verbringen. Wie ist ihr Verhältnis zu ihrem Besitzer?
Auf Facebook wäre unser Status auf "Es ist kompliziert" gesetzt. Nach, aus meiner Sicht, einem guten ersten Training habe ich ihm eine Blase an der Hand beschert, was bei ihm gar nicht gut ankam. Am darauffolgenden Freitagstraining wechselte ich mich ein paar Mal mit meinem Vorgänger ab. Leider entschied sich Mösli dann kurzerhand auf die alt bewährte Variante. Ob es aufgrund der Verletzung an der Hand ist oder ob ich einfach schlechter treffe als mein Vorgänger habe ich ihn noch nicht gefragt. Ich warte jedenfalls nun einmal ab und schaue wie sich die Situation entwickelt. Da ich noch in der Probezeit bin kann ich jederzeit die Kündigung einreichen.

Präsi's Treffsicherheit, die einfachen Dinger lassen sie diese Saison reihenweise liegen, dafür Gelingen ihnen für fast unmöglich gehaltene Buebetrickli. An was liegt dies ihrer Meinung nach?
Raphy sagt immer es liegt an den fehlenden Pässen der Mitspieler, denn Beni legt Bälle jeweils lieber auf Aushilfsarbeiter ab damit er sich auch ganz sicher einen Assist gutschreiben lassen kann. Ich persönlich denke aber es liegt am Fensterplatz den Raphy in der Primarschule in Geometrie hatte. Er kann schlicht und einfach keine Winkel berechnen. Dazu kommt, dass ich gerne auch mal extra nicht treffe um Raphy zu ärgern, denn sind wir ehrlich, die Chance kurz vor der Pause beim ersten Spiel hätte auch ein Anfänger mit verbundenen Augen gemacht.

Der nächste Ausflug führt die "alte Garde" am 16. Februar nach Tuggen, dann warten mit Herisau und Toggenburg zwei andere "alte Garden" auf die Herren. Wir hoffen, auch dann wieder einen Reporter dabei zu haben um erneut exklusive Informationen über eine erfolgreiche Mannschaft zu erhalten.

Bildergalerie der Protagonisten